Wenn die Bagger fort sind

arte 2005

Wenn die Bagger fort sind

Vom Kohlerevier zum Naturparadies

Eine Naturdokumentation über die ostdeutschen Braunkohlereviere. Der Film erzählt von der Zeit nach der Kohle, von Tieren und Pflanzen, die sich nach dem Abzug der Bagger angesiedelt haben. Sie fanden einen Lebensraum, der einzigartig in Deutschland ist.

Ein nebliger Sommermorgen in einem Vogelschutzgebiet im Osten Deutschlands. Hinter fernen Dünenzügen geht die Sonne auf und taucht Nebel, See und Sandberge in ein warmes Licht. Vereinzelt Vogelgezwitscher, ansonsten Stille und Einsamkeit. Sind wir wirklich in Mitteleuropa? Diese exotisch anmutende Landschaft liegt tatsächlich in Deutschland, kaum 150 Kilometer südlich von Berlin. Die ehemaligen Bergbaufolgelandschaften der Lausitz mit ihren bizarren Landschaften und Naturschätzen sind einzigartig in Deutschland. Noch vor kurzem durchwühlten gigantische Bagger die Erde. Zurück blieben endlose Sandlandschaften und mehrere Hundert Meter tiefe Gruben, die an eine Mondlandschaft erinnern. Die Wunden, die der Landschaft entstanden waren, schienen irreparabel. Doch die Natur erobert die Flächen zurück. Eine ökologische Besonderheit der Nachkohlelandschaft ist das Mosaik von Trockenstandorten und Gewässern. Seen mit Inseln und ausgedehnten Flachwasserbereichen sind Anzugspunkte unzähliger Wasservögel. Bereits Ende Juli setzt die erste Welle des Vogelzugs ein. Kraniche und Gänse tauchen in der Nähe der Braunkohleseen auf. Die Bruten sind beendet. Alt- und Jungvögel begeben sich auf Wanderschaft. Tagsüber fressen sie auf Wiesen und Feldern, nachts rasten sie in den flachen Gewässern. Aus Nord- und Osteuropa stammende Limikolen suchen die Uferzone nach kleinen Fischen, Insekten und Weichtieren ab. Ein emsiges Treiben, Stochern und Fressen.Der Film erzählt von der Zeit nach der Kohle, von Tieren und Pflanzen, die sich in der Nachkohlelandschaft angesiedelt haben und hier einen Lebensraum finden, der einzigartig in Deutschland ist. Geschichten über Kraniche, Bienenfresser, Wildschweine und Seeadler. Den Todeskampf einer Heideheuschrecke im Netz der Wespenspinne sowie zahlreiche Abenteuer der Kleinen und Kleinsten im Mikrokosmos endlos scheinender Sandwüsten und Trockenrasen.

Gewidmet Martin Klöckner (+ 15.12.2004)

Buch, Regie & Kamera: Heribert Schöller
Schnitt: 
Martin Böttner
Länge: 45 Min. 
Produktion: 2004-05 für  hr, arte
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International: In the Shadow of the Diggers
Länge: 52 Min.
Weltvertrieb: Telepool 2006
Co-Produzent: Hoferichter & Jacobs