Die Grube Messel

hr 2002

Die Grube Messel

Ein mitteleuropäischer Tropenwald im Eozän

Deutschland vor 50 Mio. Jahren. Tropische Urwälder bedeckten das Mitteleuropa. Ein einzigartiges Fenster in die Erdgeschichte geben die weltberühmte Grube Messel und das Eckfelder Maar. Beide Fossilienlager eröffnen ungeahnte Einblicke ins Eozän, das Zeitalter der Morgenröte.

Das Eozän ist das Zeitalter der Morgenröte. Unendliche dschungelartige Urwälder bedecken das Land. In Deutschland herrscht ein tropisches, feucht-warmes Klima mit einer Jahresmitteltemperatur von etwa 20 °C. Die Erdneuzeit hat begonnen. Europa hat eine Zeit heftigen Vulkanismus hinter sich. Kraterseen und Maare entstanden und blicken wie Augen aus dem dichten Dschungelgrün. Solche Seen inmitten tropischer Urwälder waren die Grube Messel bei Darmstadt und das Eckfelder Maar in der Eifel. Beide sind heute wertvolle Fossilienlagerstätten, die durch sensationelle Funde wie Urpferdchen oder Krokodile weltberühmt wurden.
Durch den guten Erhaltungszustand der Fossilien können Wissenschaftler die Ökologie des einstigen Dschungels in Deutschland studieren. Zum Beispiel die enge Verknüpfung von Insekten und Pflanzen. Beeindruckend ist eine Biene aus Eckfeld. Sie war vor 45 Mio. Jahren bereits so spezialisiert, dass sie nur einen einzigen Blütentyp besuchte. Auch viele Käfer traten als Bestäuber auf. Die Flügeldecken einiger Exemplare schillern bis heute in prächtigen Farben.
Messel und Eckfeld bieten nicht nur faszinierende Einblicke in die Tierwelt des Eozän, sondern auch in Flora und Vegetation jener Epoche. Viele der gefundenen Pflanzen, insbesondere ihre Blüten, sind bereits soweit entwickelt, dass sie sich mit heutigen Arten vergleichen lassen bzw. sogar unmittelbare Verwandtschaftsverhältnisse aufweisen.

Buch, Regie & Kamera: Heribert Schöller
Schnitt: 
Contanze Reinken
Produktion: 2002 für hr