Spinnen - Meister des Beutefangs

ARD 2006

Spinnen - Meister des Beutefangs

Vor allem im Spätsommer verzaubern sie die frühmorgendliche Landschaft. Doch Spinnennetze sind nicht nur schön. In erster Linie sind sie effiziente Todesfallen. Jedoch nur für ihre Opfer, für die Spinnen selbst stellen die Netze keine Gefahr dar. Woran liegt das? Der Film stellt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse vor.

Spinnennetze sind Kunstwerke im doppelten Sinn: technisch und ästhetisch. Das bekannteste ist das Radnetz, das zum Beispiel die häufige Kreuzspinne baut. Doch es gibt auch andere Formen: chaotisch wirkende Baldachine. Oder tiefe Trichter, die in ein Erdloch münden.
Die Opfer der Radnetzspinnen kleben fest im Netz. Die Spinne selbst nicht. Und sogar auf der Jagd - bei der Spinnen mit unbeschreiblicher Geschwindigkeit durch ihr Netz rennen - bleiben sie nirgends hängen. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man schon mit bloßem Auge, dass nur die Querfäden eines Radnetzes Klebetröpfchen tragen. Die radialen sind klebstofffrei. Ebenso wie der Lauerplatz in der Mitte des Netzes. Das Rasterelektronenmikroskop zeigt, dass Spinnen mit sehr speziellen Beinen ausgestattet sind. Die Füße tragen spitze Haken und Haare. Das reduziert die Kontaktfläche und vermindert die Gefahr des Festhaftens. Die Spinne läuft praktisch wie auf Zehenspitzen - ein einfacher Trick mit großer Wirkung! 
Doch schon nach wenigen Tagen lässt die Klebkraft des Netzes so sehr nach, dass ein neues Netz gesponnen werden muss. Dann frisst die Spinne das alte auf und baut meistens in der Nacht daraus eine neue Klebefalle. Ein perfektes Recycling!

Buch, Regie & Kamera: Heribert Schöller
Schnitt: 
Felix Böttcher
Produktion: 2006 für ARD